Luftgüte-Rindenmonitoring

 

Für die Bestimmung von Luftschadstoffbelastungen wurde von uns das Rindenmonitoring entscheidend weiterentwickelt. In einem gerade abgeschlossenen Forschungsvorhaben konnten wir erfolgreich ein neues Probenahmegerät entwickeln, das die Entnahme von Baumborke in definierter Schichtdicke für die Analyse von Schadstoffen erlaubt, so daß eine Standardisierung der Probenahme und des Luftgüte-Rindenmonitorings möglich wurde. Das Verfahren wurde zum Patent angemeldet. Die Methode basiert auf der Analyse von akkumulierten Immissionsdepositionen auf der Rinde von Bäumen, die den Schadstoffen über Jahre hinweg ausgesetzt ist. Die Rinde wird hier also als Passivsammler genutzt.

Dieses Verfahren ergänzt hervorragend die relative teuren technischen Immissions-Meßstellen, da mit einer einzigen Probenahme und erforderlichenfalls hohen Probenanzahl und einem relativ geringen Aufwand sichere Aussagen zu erzielen sind.

 


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Abb. 1 – 4: Das neue Rindenprobenahmegerät im Einsatz bei einer Probenahme im Gelände.

Neue Möglichkeiten in der Immissionsüberwachung werden eröffnet:

  • Nachweis der Immissionsdepositionsbelastung für eine Vielzahl akkumulierbarer Chemikalien (Elemente, Isotope, anorganische und organische Verbindungen) an allen Standorten wo Bäume wachsen.
  • Die Charakterisierung der langjährig herrschenden Durchschnittsbelastung retrospektiv mit einer einzigen Probenahme, d.h. ohne erst langjährige Messzeitreihen durchführen zu müssen.
  • Über den Vergleich von äußerer zu innerer Rinde lassen sich Aussagen zur Bedeutung von Luft- und Bodenpfad erzielen.
  • Großräumige Überwachungen von Belastungen z.B. über Europa mittels eines Netzes von Probenahmepunkten ist genauso durchführbar wie lokal begrenzte Aufgaben.
  • Die Untersuchung ist flächenrepräsentativ möglich. Damit stellt das Rindenmonmitoring eine hervorragende Ergänzung zu technischen Verfahren dar, die aus Kostengründen nur punktuell einsetzbar sind.
  • Die Probenahme ist von der Jahreszeit unabhängig und kann, im Bedarfsfall, jederzeit wiederholt werden. Das Rindenmonitoring kann somit räumlich und zeitlich ergänzend zu anderen Passivsammlern eingesetzt werden, wie Weidelgras, Blätter, Nadeln oder Moos, deren Probenahmen z.B. auf Grund von Wachstumsschwankungen zeitlichen Beschränkungen unterliegen.

 


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Abb. 5: Abgrenzung von Immisionanteilen


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Abb. 6: Verteilung von Gradienten der Schadstoffbelastung in der Umgebung eines Emittenten


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Abb. 7: Immissionsgradient

 

Einen Flyer zum Luftgüte-Rindenmonitoring können Sie per e-mail (f.hofmann@oekologiebuero.de) in deutsch oder englisch bestellen. Die englische Version gibt es als PDF-File zum Herunterladen.

Zum Thema Rindenmonitoring sind folgende Publikationen erhältlich:

Hofmann, Schlechtriemen, Wosniok, Siemers, Bracke, Giesemann, Duve (2001): Luftgüte–Rindenmonitoring
Ein neuen Probenahmegerät und Verfahren zum Biomonitoring von Luftschadstoffen für akkumulierbare Substanzen mit der Möglichkeit des Fingerprintings von Immissionsquellen.
Forschungsbericht. Hrsg. TIEM Integrierte Umweltüberwachung. Ecomed, Landsberg: 156 S.
Vollversion publiziert im Scientific Internet Journal Gate to EHS, als CD-ROM bei Ecomed

Hofmann et al. 1999: Luftgüte–Rindenmonitoring [Poster Level-II-Symposium, BMELF, Bonn, 1999]
Entwicklung eines neuen Probenahmegerätes und Verfahren für ein Screening von Immissionsdepositionsbelastungen.

Luftgüte–Hofmann, F. (1999): Rindenmonitoring mit Immisionsfingerprinting
Ein neues Probenahmegerät und Verfahren zum Biomonitoring von Luftschadstoffdepositionen für die Emittentenüberwachung und für das Flächenmonitoring

Kurznachrichten, UWSF - Z. Umweltchem.Ökotox. 11 (5), S. 275.


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Aktualisiert am 31.08.00, Frank Müller